Anlehnung an Dali: Surrealist Rudolf Werner stellt aus

Die Welt mit Gasmaske

Malt, was ihn bewegt – Rudolf Werner bei der Vernissage im Foyer des Schwarzenbrucker Rathauses
Malt, was ihn bewegt – Rudolf Werner bei der Vernissage im Foyer des Schwarzenbrucker Rathauses

SCHWARZENBRUCK – Was kommt hinter dem Horizont? Diese Frage, meint Rudolf Werner, stehe symbolisch für den Aufbruch der Menschheit, für ihre Neugier, ihren Forschergeist, der sie zu dem gemacht hat, was sie heute ist. Auch die Leinwand, auf die er seine Bilder malt, sei ein Produkt von Arbeit, Forschung und Entwicklung. „Eigentlich steckt nicht viel dahinter und eigentlich doch eine ganze Menge“, sagt er im Hinblick auf den Prozess, aus Fasern Stoffe herzustellen. Erstmals stellt Werner in Zusammenarbeit mit dem Schwarzenbrucker Kulturnetzwerk (KNW) seine Malerei der Öffentlichkeit vor.

„Horizonte“ nennt er seine Ausstellung im Rathaus Schwarzenbruck, zu deren Eröffnung Bürgermeister Bernd Ernstberger die Anwesenden herzlich begrüßte. Mit ihr könne das KNW den Besuchern wieder eine neue Kunstrichtung vorstellen, sagte Uwe Düker vom KNW, denn nach den abstrakten Farbexplosionen von Waldemar Kobiela zeigt Werner jetzt Motive im Stil eines phantastischen Realismus.

Wernes Sichtweisen und Ansichten auf die Dinge finden sich in seinen Bildern wieder, in denen der Maschinenbauer aus Ezelsdorf und begeisterter Hobbykünstler seine Gedanken, Erlebnisse und Betrachtungen aufarbeitet. Mittel der Wahl sind für den Autodidakten Öl und Leinwand und in Anlehnung an sein großes Vorbild Salvador Dali der Surrealismus.

„Fußball erwache“

Auf diese Art könne er Unterschiedliches miteinander kombinieren und damit den Blick für Dinge schärfen, die man für selbstverständlich nimmt. „Wieder schätzen lernen“, sagt er dazu oder „Sachen hinterfragen“. Beispielsweise die Weltkugel mit Gasmaske – ein Hinweis auf den Gestank und die zunehmende Luftverschmutzung – oder das Fußballbild, das anlässlich der Ausschreitungen beim Frankenderby entstand. Mit einer Klopapierrolle vor Plakaten mit „Fußball erwache“ und „Hooligan verrecke“ sowie einem Feuerlöscher zeigt Werner hier deutlich seine Position.

Vielen wird er auch mit seinem Bild zum Thema Stromtrasse aus der Seele sprechen: In einer wüstenhaften Landschaft türmt sich im rechten Hintergrund ein Strommast auf, während den Vordergrund ein Totenkopf im hellblauen Umhang beherrscht, der mit seinem rotglühenden Auge etwas an den Terminator erinnert. Häufig wählt er wüstenhafte Landschaften, fremdartig und befremdend dargestellt, in die er seine Motive setzt.

Oft eher beiläufig, wie die fliegenden Augäpfel – Synonym für die alles sehende und überwachende NSA. Umwelt, Gesellschaft, Politik, fantasievoll und real-phantastisch gemalt.